Ein Verein gibt Gas

5. Februar 2018

Wer das Vereinsgelände des HFC Colditz betritt, dem weht nicht selten ein ziemlich frischer Wind um die Nase so hoch oben über Colditz, gleich neben der Arche zu Hausdorf! Aber es kommt kein Noah um die Ecke und bittet zur biblischen Rettung – nein, beim HFC Colditz trifft man da eher auf den langjährigen Präsidenten Gottfried Schröpfer, Karli, den Rasen-Doktor, einen der fleißigen Nachwuchstrainer mit seinen Jungs oder Teile des Vorstandes und der Männermannschaft beim Bauen, hier wird selber angepackt und das Schicksal in die Hand genommen.
So zu erleben beim Aushängeschild eines jeden Fußballvereins, der 1. Männermannschaft. Die spielte auch in der letzten Saison eine ordentliche Rolle in ihrer Staffel Nord der Landesklasse Sachsen, stellte erneut mit seinem Sachsen-Kanonier Martin Schwibs den besten Torjäger und lieferte eine Reihe toller Spiele ab, konnte jedoch letztendlich den ganz großen Ansprüchen nicht genügen und verpasste mit einer Platzierung im vorderen Drittel die durchaus mögliche Meisterschaft deutlich.

Die sportliche Leitung analysierte klug und versuchte mit mutigen Personalentscheidungen, dass Flaggschiff wieder auf Siegkurs zu bringen, wurde jedoch zunächst nicht belohnt für seinen offensiven Schritt in Richtung der neuen Saison, denn als es in diese ging, fehlte es weiter an dem gewünschten neuen und erfolgshungrigen Fußballfachmann auf der Kommandobrücke, der dank einer Trainerausbildung und der nötigen Fähigkeiten im Umgang mit dem routiniert-talentierten Kader das Ruder in die Hand nehmen und den erneuten Angriff auf den ganz großen Erfolg starten sollte.
Aber der HFC Colditz wäre nicht der HFC Colditz, wenn man nicht wie so oft aus der Not eine Tugend gemacht hätte, denn mit Spieler Rene Antony sowie Vorstandsmitglied Lars Voigtländer übernahm eine Crew aus den eigenen Reihen das besagte Ruder und sorgte seitdem mit einer furiosen Hinrunde dafür, dass die Konkurrenz wieder das Fürchten lernte, einzig dem Landesliga-Absteiger aus Taucha musste man Punkte überlassen und führt somit die Liga mit einem kleinen Polster von 10 Punkten souverän an. Allerdings bleibt die Trainerfrage eine der noch offenen Baustellen beim HFC Colditz!
Aber noch einmal zurück zum Besucher, der sich nach Hausdorf begibt, um eines der Heimspiele des Landesklasse-Spitzenreiters zu sehen, denn der staunte zuletzt nicht schlecht angesichts der rasanten Veränderungen. Bereits im Sommer 2017 konnte die elektronische Anzeigetafel eingeweiht werden, aber auch baulich geschah so einiges dank Fördermitteln, Eigenmitteln, städtischen Zuschüssen und viel Eigeninitiative! So verfügt man inzwischen über einen eigenen Brunnen und ein modernes Bewässerungssystem für den Hauptplatz. Letzteres ist sicher eines der Geheimnisse, welches neben der fantastischen Arbeit von Platzwart-Unikum ‚Karli‘ hinter dem allseits gelobten wunderbaren Rasen der Hausdorfer steckt.

Und wer seinen Blick über die Anlage schweifen lässt, dem werden auch die nahezu abgeschlossenen Arbeiten an den Trainerbänken nicht entgehen. Auch dort packten Spieler und Vorstand unter der Leitung von Lars Voigtländer in vielen Arbeitsstunden selbst mit an, um die Rahmenbedingungen des Fußballer-Daseins beim HFC Colditz weiter zu optimieren.
Von diesem Umfeld profitiert natürlich auch der Nachwuchs, wo es eigene Mannschaften in der Jugend-Altersklassen gibt, aber auch Spielgemeinschaften in den Bereichen, in denen es schwerfällt, eigene Teams zusammenzustellen. Nur dank des unermüdlichen und oft selbstlosen Einsatzes von Trainern, Eltern und Großeltern können die Kinder und Jugendlichen ihrem Hobby nachgehen und jedes Wochenende im Kreisgebiet an den Start gebracht werden. Dank gilt natürlich auch den treuen Sponsoren und ehrenamtlichen Helfern, ohne die ein Verein kaum lebensfähig wäre!
Und so war es sicher nur ein kleines Dankeschön, dass es über eben solche Sponsoren gelang, alle Trainer neu einzukleiden, auch die Ausrüstung der Kids braucht stets auf Neue die finanzielle Unterstützung von Firmen der Region – ganz zu schweigen vom erwähnten großen Wurf, der Meisterschaft in der Landesklasse und immensen Kosten für den Spielbetrieb aller Mannschaften. Seit vielen Jahren gelingt es trotz aller Schwierigkeiten den Verantwortlichen des Vereins um Sportchef Jens Höppner, ein spielstarkes Herrenteam auf Punktejagd zu schicken und im Nachwuchsbereich angesichts sinkender Anmeldungen und der Konkurrenz anderer Freizeitaktivitäten trotz allem möglichst breit aufgestellt zu sein.
Aber beim HFC Colditz wird ja wie erwähnt nicht gejammert, sondern angepackt, und so ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Wind um weitere Baustellen auf dem Vereinsgelände wehen wird, so etwa auf dem Trainingsplatz oder im Zuschauerbereich. Im Frühling wird es wieder einmal Vorstandswahlen geben und vielleicht nicht alles beim Alten bleiben für den HFC Colditz, wenn Vereins-Urgestein Gottfried Schröpfer neben dem privaten auch in den Präsidenten-Unruhestand gewechselt sein wird, um von dort aus seinen Nachfolgern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und die Früchte seiner jahrzehntelangen Arbeit zu genießen.


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