Drei Standards und ein Halejuja

4. November 2018

Dank eines sehenswerten Auftrittes beim Landesliga-Absteiger Lipsia Eutritzsch entführt der HFC Colditz mit einem 3:2 Sieg alle drei Punkte beim Favoriten und setzt sich weiter in der Spitze seiner Landesklasse-Staffel fest.

Halejuja, was war das für eine Landesklasse-Begegnung! Eine des Prädikates ‚Gnadenlos‘ – gnadenlos spannend, gnadenlos emotional und, zumindest von Colditzer Seite, gnadenlos effektiv! Wenn die Stammkräfte nach langer Verletzung und Trainingsrückstand auf der Bank sitzen oder gar in Zivil verletzt hinter der Absperrung stehen oder auf Montage weilen, während sich die ‚Ergänzungen‘ allesamt auf dem Platz ins Zeug legen dürfen, dann – ja dann ist Herbst in der Landesklasse Sachsen, Staffel Nord! Und der HFC brauchte seinen ganzen Kader mehr denn je gegen einen Gegner, der klar auf Wiederaufstiegskurs bleiben will und schnell unter Beweis stellte, dass er den Ball laufen lassen kann. Doch die Sache hatte einen Haken, denn zu diesem Zeitpunkt stand es schon 0:1 für den ‚HFC Gnadenlos‘, denn mit dem ersten richtigen Angriffsversuch und einem Foul an Schwibs gab es den ersten Freistoß der Partie, den Frank Richter vors Tor bugsierte, wo Kevin Mörtlbauer zur Stelle war und per Kopf das erste Standardtor des Nachmittages erzielte. Jubel hier, Entsetzen da, ein Matchplan drohte sich in Luft aufzulösen! Die Werner-Schützlinge standen nun kompakt und ließen dem Gegner den Ball, wohl wissend um ihre Chance im Konter. Die Gastgeber bespielten die ganze Breite des Spielfeldes auf der Suche nach einer Lücke im Bollwerk, fanden diese auch immer wieder auf den Außenpositionen, doch mit Glück und Geschick wurden die Löcher gestopft und gekontert, sobald sich die Gelegenheit bot. So auch nach knapp 20 Minuten, als Wollmann vorm Lipsia-Strafraum von den schnellen Beinen geholt wurde, es war wieder Standard-Zeit! Und wie! Als ob sie all die vergebenen Standards der letzten Wochen an einem Nachmittag vergessen machen wollten, ließen es die Colditzer diesmal so richtig krachen vom Freistoßpunkt. Diesmal trat der Sachsenknipser in ziemlich zentraler Position höchstselbst an und bewies der Mauer, dass man schon hochspringen sollte bei seinen Versuchen – unhaltbar schlug das Runde hinter der Mauer im Eckigen ein und es stand bereits 2:0 für den Gast aus dem Muldental. Doch Eutritzsch wäre nicht Eutritzsch, wenn es sich von einem solchen Rückschlag nicht erholen könnte! Und wie sollte es anders sein an so einem Nachmittag – ein Standard brachte wieder Hoffnung für die Leipziger, denn ein langer Freistoßball durfte hoch und weit durch die HFC-Box segeln und einem davongeschlichenen Leipziger auf den Fuß fallen zum umjubelten Anschlusstreffer. Nun war wieder Pfeffer drin und die Hausherren witterten ihre Chance, während der HFC vielleicht etwas zu euphorisch nach vorn spielte und sich so selbst auskontern ließ, kurz vor der Halbzeit war der schöne Vorsprung wie schon gegen Krostitz wieder dahin und es ging mit einem 2:2 zur Kabinen-Predigt. Im Gegensatz zum Heimspiel gegen den Meister brachten die 11 Colditzer Spieler jedoch diesmal eine äußerst vorzeigbare zweite Spielhälfte auf den Platz und ließen die Fanbrust vor Stolz anschwellen! Man lieferte sich einen spannenden Kampf auf beachtlichem Landesklasse-Niveau und beschäftigte den Favoriten weiter mehr, als es dem lieb war. Beide Teams gaben keinen Meter Spielfeld kampflos preis und versuchten, sich in hohem Tempo Torchancen zu erspielen, doch die blieben nun eher Mangelware oder konnten von den Abwehrreihen vereitelt werden, bis – ja man ahnt es schon- bis ein Standard den HFC nach einer reichlichen Stunde endgültig auf die Siegerstraße brachte! Bei einem der zahlreichen Konterversuche war wieder Wollmann zu Fall gebracht worden, und es war Showtime – diesmal packte Außenverteidiger Dominik Beer den Hammer aus durfte den Ball durch die löchrige Mauer des Gastgebers hindurch in die Maschen donnern! Jubel, Frust und wüste Beschimpfungen der Eutritzscher an die Adresse des Schiris, der letztlich Trainer Schröpfer vom Spielfeldrand verwies! Es war allerdings noch viel Zeit für einen erneuten Ausgleich, ein gedrehtes Spiel oder weitere Colditzer Treffer – all das war möglich, doch mit einer großen Portion Kampfgeist, Spielwitz und Übersicht in kniffligen Situationen verriegelten die HFC-Kicker um die Mittelfeld-Richters den Weg zum eigenen Tor, während die Hausherren alles versuchten, aber nicht zu einem weiteren Torerfolg kommen konnten, sodass der HFC einen Big Point landen konnte und den Schwung und die Einsatzbereitschaft nun in die Heimpartie gegen die ebenfalls siegreichen Liebertwolkwitzer mitnehmen muss, wenn erneut ein Dreier aufs Punktekonto gebucht werden soll!

Der HFC Colditz spielte diesmal mit:

Ch. Frenzel- Beer(1), Leonhardt, Mörtlbauer(1), Hoffmann- Buhrig, P. Richter, F. Richter(Antony), Moratzky(Lindner), Wollmann(Jahn)- Schwibs(1)


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