SG LVB Leipzig 3 - 4 HFC Colditz

29. September 2018 - 15:00 Uhr - Neue Linie

HFC Colditz weiter im Münchhausen-Modus!

Nach dem mühsamen Unentschieden gegen die Radefelder hatte der HFC Colditz den nächsten Aufsteiger vor der Brust und zog sich auch gegen LVB Leipzig am eigenen Schopfe aus dem selbst angerührten Sumpf!

Nachdem die Stadt Leipzig scheinbar alles tut, um Zuschauer vom idyllisch gelegenen Gelände der LVB-Fußballer fern zu halten, indem man die Zufahrt abschneidet, entwickelte sich zunächst das erwartete Spiel der Landesklasse, wenn der Zweite gegen den Aufsteiger antritt. Nach 11 Minuten beförderte der energisch in einen Lindner-Eckball gehende Colditzer Kapitän Martin Schwibs das Runde erstmals in dieser Partie ins Eckige und alles schien den prognostizierten Lauf zu nehmen auf dem welligen Platz, dem die Bezeichnung Rasen nicht an allen Stellen zuerkannt werden konnte nach diesem Monster-Sommer. Die Gäste aus dem Muldental blieben auch am Drücker, vergaben allerdings die folgenden großen Möglichkeiten allesamt und fühlten sich ob der Vielzahl von Einschussmöglichkeiten und der relativen Harmlosigkeit des Gegners wohl ziemlich sicher in ihrer Haut, denn der HFC ließ nach in seiner Zielstrebigkeit, im Bemühen um eine frühzeitige Vorentscheidung, die mehrfach möglich war in dieser ersten Halbzeit! Stattdessen wurden wie zuletzt gegen Radefeld Einladungen verschickt – solche zum Toreschießen. Friedrich Malgut nahm eine an und glich völlig überraschend in der 40. Minute aus, wenig später brachte ein LVBler es fertig, den Ball nach einer Ecke aus gut einem Meter völlig freistehend noch über das Tor zu zirkeln, die Party schien sich in die Colditzer Hälfte zu verlagern und LVB wollte nun auch mitfeiern! Als jedoch aus einer eher ungefährlichen Ballaktion auf rechts durch einen glücklich in den Lauf von Lindner springenden Pressschlag einer der schönsten Angriffe dieser Spielhälfte wurde, war es letztendlich Steve Wollmann, der den von Schwibs weitergeleiteten Ball ins gegnerische Tor befördern konnte. Auch ein 1:3 für den HFC lag plötzlich noch vor der Pause wieder in der Luft, fiel aber erneut nicht.

Mit einer knappen Auswärtsführung starteten die Werner-Schützlinge in eine 2. Halbzeit, die es in sich haben sollte! Der Schlendrian war vorn wie auch hinten noch immer nicht raus aus den Hinterköpfen der Colditzer Kicker und die Gastgeber besannen sich mit Beginn des zweiten Durchganges darauf, dass es ja in des Gegners Hälfte auch ein Tor gibt, in welches man den Ball befördern könnte! LVB verstärkte seine Angriffsbemühungen und der HFC bot im Abwehrverhalten so viele Schwachpunkte an, dass es nur eine Frage der Zeit war, wann das nächste Leipziger Tor fallen würde. Nach eine weiteren Unachtsamkeit war es schließlich in der 56. Minute soweit – Heinz nutzte ein Missverständnis in der HFC-Abwehr zum umjubelten Ausgleich. Statt diese Begegnung mit spielerischen Mitteln und kontrolliertem Spiel zu kontrollieren, ließen sich die Colditzer auf einen wilden Schlagabtausch ein und zogen nicht selten den Kürzeren dabei! Offensiv blieb in dieser Phase vieles Stückwerk, während defensiv der Wurm drin war. Und so fing man sich in Minute 69 tatsächlich den ersten Rückstand ein! Malgut durfte wieder zuschlagen und das Spiel vorerst zugunsten seines Teams drehen. Es folgten wütende Angriffsbemühungen eines nun endlich aufgewachten HFC Colditz, viele harte Zweikämpfe und ein nicht gegebener Elfer nach Foul an F. Richter, häufiges Hadern mit den umstrittenen Entscheidungen des Schiedsrichters und die Umstellung auf eine Dreierkette. Colditz versuchte alles, brauchte jedoch an diesem sonnigen Nachmittag ein Tor-Beben der Stärke zwei auf der hoffentlich nach oben offenen Richter-Skala, um in diese Partie zurückzukommen und sie doch noch zu gewinnen! Zunächst versenkte Mittelfeldstratege und/oder Aushilfs-Innenverteidiger Frank Richter mit jeder Menge Wut im Bauch das Leder aus dem Rückraum im LVB-Tor – erstes Pflichtspieltor für den HFC zum Ausgleich in Minute 78! Und der HFC blieb am Drücker, nutzte die nun errungene Mittelfeldkontrolle zu weiteren Sturmläufen über die Außen. Dort tauchte nur zwei Minuten später auch Schwibs auf und tankte sich zur Grundlinie durch, von wo er mit seinem Rückpass den aufgerückten Paul Richter fand, der den Ball mit der Picke ins Tor befördern konnte – Spiel gedreht und erneut eine fantastische Moral bewiesen, aber einen ruhigeren Nachmittag selbst aus der Hand gegeben! Und den Torwart nach rüdem Foul (und nur Gelb) noch blutüberströmt verloren … Gegen kampfstarke Bad Lausicker wird es am Feiertag sicher einer weiteren Leistungssteigerung bedürfen, um erneut zu punkten.

Der HFC spielte diesmal mit:

Ch. Frenzel (S. Frenzel)- Beer, Leonhardt, Mörtlbauer(Liefold), Hoffmann- Zerbe, F. Richter(1), P. Richter(1), Lindner(Jahn) -Wollmann(1), Schwibs(1)