SV Eintracht Sermuth 3 - 3 HFC Colditz

25. March 2018 - 14:00

Unentschieden im Derby an der Mulde
Manchmal spielst du unentschieden und gehst doch irgendwie als Verlieren vom Platz! Oder wie es ein guter Freund treffend bemerkte: Ihr habt nicht verloren und wir haben gewonnen … – so geschehen beim Colditzer Stadtderby in der Landesklasse beim 3:3 zwischen Sermuth und dem HFC Colditz.
Tage wie diese schmerzen jeden Fußballer, wenn er einen klaren Vorsprung aus den Händen gleiten lässt um am Ende mit einem Punkt zufrieden sein zu müssen, weil der Gegner noch verdammt nah am Sieg schnupperte! In einem zunächst wenig hochklassigen Spiel nutzten die Colditzer schon früh eine Balleroberung im Mittelfeld, um den aufgerückten Gastgeber zu überlaufen und durch Christopher Zerbe auf 1:0 zu stellen. Unerklärlicherweise zog sich der HFC dann jedoch weitestgehend zurück und lauerte wohl auf weitere Überrumpelungsaktionen, aber die gelangen kaum noch oder endeten bei der Sermuther Abwehr. Nach vorn ging beim Gastgeber in dieser Phase nur etwas, wenn die ohne viel läuferischen Einsatz und Biss agierenden HFC-Kicker mit ihren Fehlern dazu einluden, aber wirklich torgefährlich wurde es nicht. Schließlich krönten die Colditzer diese ereignisarme und kampfbetonte Halbzeit mit dem für ihren Aufwand nahezu optimalen Ertrag, als kurz vorm Pausenpfiff noch ein Zerbe-Freistoßknaller zur schmeichelhaften, aber deutlichen 2:0 Führung einschlug.
Der zweite Durchgang konnte dann auch kaum besser beginnen für die Gäste, denn nach einem Zuckerpass des groß aufspielenden Zerbe auf den durchstartenden Max Lindner und dessen butterweicher Flanke auf den am langen Pfosten heranstürmenden HFC-Kapitän Martin Schwibs war es scheinbar geschehen um die wackeren Hausherren, die beim Stande von 0:3 am Boden schienen. Das dachte wohl etwas voreilig auch so mancher Colditzer Spieler, denn man begann nachlässig zu werden. Zuerst im Angriff, als Schwibs die Großchance zum sicher vorentscheidenden 4:0 liegen ließ, dann im direkten Gegenzug hinten, wo man sich diesmal selbst überrumpelt sah und das 1:3 durch Hein hinnehmen musste. Aber es schien ja noch ein beruhigender Vorsprung zu sein, man wechselte und brachte unbeabsichtigt Sand in das bis dahin nicht sehr gut, aber immerhin gut funktionierende Räderwerk, wobei allerdings drei weitere sogenannte ‚Hundertprozentige‘ herausgespielt, aber wieder vergeben wurden. Andererseits bewies das Sermuther Team eine überragende Moral und nahm die Aufbauhilfe des Spitzenreiters dankend an. Mit Disziplin und Einsatz nutzte man die Gunst des Augenblickes, war nun immer öfter den einen Schritt eher am Ball und setzte mit vollem Risiko nach, während der Gegner zunehmend mit dem Schließen der eigenen Reihen beschäftigt war und dies immer seltener schaffte. Mit Kampfkraft, Glück und Geschick verlagerten die Gastgeber das Spielgeschehen immer wieder in die HFC-Hälfte und sorgten dort für Unruhe, hatten dazu im eingewechselten Jan Müller den Spieler auf dem Platz, der die sich ihm bietenden Möglichkeiten an diesem Nachmittag eiskalt nutzte und zwischen der 70. und 80. Spielminute das Resultat per Doppelpack auf 3:3 stellte! Jetzt war auch der letzte Colditzer wieder ganz munter und man stemmte sich gegen das Momentum in dieser Partie, das auf Seiten der Sermuther war. Vielleicht hätte es in der Schlussphase nach Foul an Schwibs auch einen Elfer für den HFC geben können, aber auch ein Siegtor für die Hausherren lag in der Luft, sodass mit dem Schlusspfiff Spieler beider Teams enttäuscht auf den winterlichen grau-braunen Rasen sanken und den vergebenen Chancen nachtrauerten.
Aber es nützte nichts, Sermuth freute sich schon bald über seinen hochverdienten Achtungserfolg, während der HFC an diesem Nachmittag nicht wie ein wirkliches Spitzenteam aufgetreten war und mit dem einen kärglichen Punkt zufrieden zu sein hatte, und wer weiß, wofür der nochmal gut sein wird! Spitzenreiter ist man ja immer noch, aber es braucht dringend für die Verteidigung des Platzes an der Sonne wieder Zugewinn in fast allen Bereichen dieses wunderbaren Ballspieles, und den erarbeitet man sich in mühsamen gemeinsamen Trainingseinheiten, bevor es zur nächsten Kür geht und man in zwei Wochen von immer unbequemen Liebertwolkwitzern erneut im Meisterschaftsrennen gewogen werden wird und hoffentlich nicht ein weiteres Mal für zu leicht befunden werden muss.
Der HFC spielte mit:
Ch. Frenzel- Dietrich, Konzok, Mörtlbauer, Leonhardt- Lindner(Kowalschek), F. Richter, S. Antony(Jahn), P. Richter- Zerbe(2), Schwibs(1)